Seifersdorf bei Dresden

 

Der nach Tinas Plänen errichtete erste Bau war ein einfacher offener Tempel von ländlicher Bauart. Rohe mit Tannenzapfen belegte Baumstämme bildeten die Säulen. Innerhalb des Tempels hing ein Kronleuchter von Baumrinden und Tannenzapfen, oben auf dem Tempel saß der Vogel der Minerva, die Eule. Dem Tempel gegenüber befanden sich Lauben mit Tischen und Bänken für Zuschauer.

Die vordere Seite trug die Inschrift "Moritz und den ländlichen Freuden"
    An der Seite standen folgende Verse:
  
Zeugt ihr friedlichen Gefilde
Von den Thaten seiner Milde;
Zeugt ihr friedlichen Gefilde
Von der Tugend Glück.
  
Seelig wer im Schooss der Freuden
Oft an die Verlassnen denkt,
Wer auf heerdevollen Weiden
Einen Blick den Armen schenkt.
  
O seyd der Freude werth, ihr Frohen!
Bedenkt, wenn ihr euch herzlich freut,
Dass Freuden stets von Laster flohen,
Und dass ihr schwach und sterblich seyd.

 

Leicht und vergänglich angelegt ist nichts mehr davon erhalten. Die Erinnerung an die Feste auf der Wiese hat sich länger als der Bau erhalten und wird noch jetzt für jeden Besucher aufgefrischt, denn an der Stätte des Tempels lies Graf Carl 1833 einen Denkstein errichten, also ein Denkmal für ein verfallenes Denkmal.

Denkmal:

Carl Graf Brühl errichtete 1833 den Gedenkstein auf der Festwiese. In Erinnerung an den "Tempel der ländlichen Freuden" (1781), das erste Gartengebäude im Tal.