Seifersdorf bei Dresden

 

Eine junge Pfarrersbraut, die 1915 zum ersten Mal durch das Tal wanderte, schrieb in ihr Tagebuch: aus diesen Denkmälern und Inschriften spricht noch heute lebendiges Herz. Diese Menschen um 1790 lebten ein Leben des Geistes und sie hatten den Mut dieses innere Leben des Geistes darzustellen, es öffentlich darzuleben in Denkmälern und Inschriften. Es waren Künstler, die, was sie im Herzen fühlten in Baumgruppen, Denkmälern und Inschriften aussprachen und ausdrückten.

Das Seifersdorfer Tal erfährt zur Zeit eine Wiedergeburt. So wurden mit Mitteln der Allianz- Stiftung umfangreiche Restaurierungsarbeiten an den historischen Stätten durchgeführt. 

Text: Auszüge aus "Das Seifersdorfer Thal" von W.G. Becker und "Führer durch das berühmte Seifersdorfer Tal" von Pfarrer Karl J. Friedrich.

 

Das Seifersdorfer Tal, Landschaftsgarten des sentimentalen Gartenbaus, wurde von der Gräfin Christina von Brühl, genannt die Zauberin des Tales, geschaffen. Die teilweise heute noch gut erhaltenen Gartenszenen, deren Themen weit gefächert sind, bilden Brücken, Gedenksteine, Grotten, Büsten, Tempel, Kapellen, Urnen und Bäume usw.

Philosophische Gedanken von Herder und Pythagoras, Musik von Naumann, zeitgenössische Literatur von Klopstock sind dargestellt.

Stets war es das Anliegen der Brühls Künstler um sich zu scharen und zu fördern. Ins Seifersdorfer Tal kamen zahlreiche Persönlichkeiten, Gelehrte, Philosophen, Musiker, Dichter wie Wieland, Körner, Jean Paul, Caspar D. Friedrich, Elisa v. d. Recke, Goethe, Schiller, Herder, Klopstock usw.

Der Sohn Carl von Brühl errichtete nach dem Tod Christinas von Brühl noch einige Denkmale mit familiären Inhalten. 1817 kam Carl Maria von Weber nach Seifersdorf um dem Grafen aus seiner neuen Oper vorzuspielen, die unter dem Namen "Der Freischütz" 1821 zur Aufführung gelangte.